Jeder von uns kann von Darmentzündung betroffen sein. Was kann man dagegen tun?

Darmentzündung

Normalerweise vergeht Darmentzündung in ein paar Tagen. Aber wenn sie chronisch wird, hat sie sehr unangenehme Symptome. Sie kann in diesem Fall den Organismus der Betroffenen belasten. Sie wird durch Bakterien und Viren ausgelöst, kann aber manchmal auf den Lebensstil zurückgeführt werden.

Darmentzündung (Enteritis) wird am häufigsten durch den Verzehr von mit Bakterien oder Viren kontaminierten Lebensmitteln oder Getränken verursacht. Bakterien lösen Darmschleimhautentzündungen aus, die dann zahlreiche unangenehme Symptome herbeiführen. In einigen Fällen kann eine Entzündung den Magen (Gastroenteritis) und den Dickdarm (Colitis) betreffen.

Was sind die Ursachen?

Enteritis hat verschiedene Ursachen. Die häufigste sind:

  • Virale oder bakterielle Infektion (Lebensmittelvergiftung)

  • Strahlentherapie (Da Bestrahlung nicht nur Krebszellen, sondern auch gesunde Zellen abtötet. Einschließlich solche im Mund, Magen und Darm.)

  • Bestimmte Medikamente, u.a. nichtsteroidale Entzündungshemmer

  • Alkohol

  • Zöliakie

  • Autoimmunerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

  • Divertikulitis

Infektiöse Enteritis kommt am häufigsten vor. Sie tritt nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel und Wasser oder nach Kontakt mit dem Virus auf. Es kann durch mangelnde Hygiene, Verzehr von nicht pasteurisierter Milch, rohem Fleisch und Eiern, Meeresfrüchten und Muscheln verursacht werden. Enteritis entwickelt sich häufig bei Reisen in ferne Länder. In einer fremden Umgebung probiert man neue Gerichte aus. Diese sind aber für unseren Organismus ungewöhnlich. Ihre Zutaten und Würzung sind uns unbekannt. Oder sie können solche Bakterien enthalten, die unser Organismus nicht bekämpfen kann.

Die häufigsten Bakterien, die Enteritis auslösen:

  • Salmonella
  • Escherichia coli
  • Staphylococcus aureus
  • Campylobacter jejuni
  • Shigella
  • Yersinia enterocolitica

Der Auslöser der Colitis ulcerosa (Dickdarmentzündung) ist unbekannt. Zuvor wurde sie hauptsächlich auf viel und lang anhaltenden Stress zurückgeführt. Ferner wurde die Genetik von Fachleuten hervorgehoben. Im Gegensatz dazu, haben neuere Forschungen das geschwächte Immunsystem und die damit verbundene starke Vermehrung bestimmter Bakterien und Viren als der Hauptrisikofaktor für Colitis ulcerosa identifiziert. Hinter der Fehlfunktion des Immunsystems steht oft das Umkippen des Gleichgewichts der Darmflora. Und damit die signifikante Verringerung der Anzahl probiotischer Bakterien. Es kann auf ungesunde Ernährung zurückgeführt werden. Bei schon bestehender Colitis ulcerosa kann eine ungesunde Ernährung die Beschwerden verschlimmern.

Morbus Crohn kann überall im Darm auftreten. Er ist eine extreme chronische Entzündung. Er verursacht Schleimhaut- und Darmwandentzündungen. Daneben löst er auch Geschwüre aus. Er selbst manifestiert sich in mehreren Abschnitten des Darms. Wenn die Krankheit aufflammt, ihre Symptome verschlechtern sich. Eine der schwersten Folgen ist die Verengung oder vollständige Obstruktion des Dickdarms, verursacht durch anhaltende Entzündungen. Perforationen sind aber auch häufig. Sie werden durch Rektalfisteln verursacht und können schwere Blutungen herbeiführen.

Symptome

Durchfall

Symptome einer Enteritis sind Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall und Bauchschmerzen. In schwereren Fällen kann es Blut im Stuhl herbeiführen.

Typische Symptome einer Colitis ulcerosa sind Rektalkrämpfe, Rektalblutungen, plötzlich auftretender imperativer Stuhldrang, schwere Bauchkrämpfe, blutiger und schleimiger Stuhl, Müdigkeit, chronischer Durchfall, plötzlicher Gewichtsverlust, Nachtschweiß und wiederkehrende Hitzewallungen.

Ein Begleitsymptom von Morbus Crohn ist chronischer, wässriger Durchfall, der von Krämpfen im rechten Unterbauch begleitet wird. Aufgrund von Durchfall und Entzündungen der Schleimhaut verschlechtert sich die Nährstoffaufnahme, was zu Mängeln und Anämie führt. Schwaches Immunsystem, Müdigkeit und Appetitlosigkeit sind häufige Begleitsymptome. Morbus-Crohn-Patienten leiden oft unter Analfissur und Analabszess. Selten treten auch chronische Gelenkschmerzen auf.

Was sind die Folgen?

Erbrechen und Durchfall kann zu Dehydratation führen. Sie führt dann Nieren- und Harnprobleme sowie Herzprobleme herbei. Es ist besonders gefährlich für Säuglinge und Kleinkinder, sowie für ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten.

Symptomen einer Dehydration:

  • starkes Durstgefühl
  • dunkler Urin
  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Lethargie
  • Schwindel
  • Augenringe
  • Mundtrockenheit

Menschen mit Enteritis sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um Austrocknung zu verhindern.

Wann ist es nötig, den Arzt aufzusuchen?

Virale Enteritis vergeht normalerweise in ein paar Tagen. Wenn die Symptome länger als 3-4 Tage anhalten und beim Verdacht auf bakterielle Enteritis, sollte man den Arzt aufsuchen. Auch wenn Sie Blut im Stuhl haben. Oder beim Auftreten eines der oben genannten Dehydratationssymptomen. Die schwersten Fälle werden normalerweise durch eine bakterielle Infektion verursacht. In diesen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung oder ein Krankenhausaufenthalt nötig.

Vorbeugung

Händewaschen

Es gibt viele Tipps zur Vorbeugung von Lebensmittelvergiftungen und Enteritis. Einschließlich der Einhaltung der Hygienevorschriften.

- Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Wasser und Seife, nicht nur nach dem Toilettengang.

- Verwenden Sie Desinfektionshandtücher und ein Desinfektionsgel, wenn kein Leitungswasser zur Verfügung steht.

- Vermeiden Sie das Trinken aus unsicheren Wasserquellen.

- Küchenoberflächen, Geschirr und Besteck sollte man gründlich reinigen.

- Rohe Lebensmittel sollte man getrennt lagern.

- Alle Speisen sollten bei der richtigen Temperatur gekocht werden.

- Vermeiden Sie den Verzehr von rohen Gerichte (Tatar Beefsteak, Muscheln).

Behandlung

probiotische-Bakterien

Akute Darmentzündungen haben in den meisten Fällen keine ernsthaften Folgen. Die Symptome vergehen normalerweise in ein paar Tagen. Flüssigkeitszufuhr ist aber unerlässlich. In schwereren Fällen wird die Flüssigkeit im Krankenhaus intravenös infundiert. Bei einer bakteriellen Infektion kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

Bei chronischer Enteritis wird neben Medikamente auch eine Lebensstilveränderung benötigt. Vermutlich stehen hinter Morbus Crohn nicht vor allem ungesunde Ernährungsgewohnheiten. Eine Ernährungsumstellung kann aber viel helfen. Raffiniertes Mehl, Zucker und Zusatzstoff reiche raffinierte Lebensmittel sollten vermieden werden. Der Verzehr tierischer Eiweiß- oder Fett reicher Lebensmittel stehen in Zusammenhang mit der Entwicklung von Morbus Crohn. Bevorzugen Sie daher Lebensmittel, die pflanzliche Proteine enthalten. Vermeiden Sie bei Colitis ulcerosa alkohol- und koffeinhaltige Getränke, Rauchen, fetthaltige, würzige und übermäßig gewürzte Lebensmittel. Da diese die geschädigte Schleimhaut stark reizen. Um Austrocknung durch Durchfall zu vermeiden, trinken Sie viel reines, stilles Wasser, etwa 2-2,5 Liter pro Tag. Es ist ratsam, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zu uns zu nehmen. Verschiedene Fischöle sind dafür besonders geeignet.

Die Stärkung des Immunsystems ist bei beiden Krankheiten sehr wichtig. Da es eine der Grundlagen für die Reduzierung von Entzündungen ist. Die erhöhte Einnahme probiotischer Bakterienstämme sorgt für das Gleichgewicht der Darmflora. Wenn schädliche Mikroorganismen sich in der Darmflora stark vermehren, schwächt das das Immunsystem ab. Etwa 70-80% der Immunzellen befinden sich im Dickdarmtrakt. Daher beeinflusst die Gesundheit der Darmflora die Abwehrkräfte.

Strahlentherapie Empfänger müssen möglicherweise die Strahlentherapie verschieben oder sogar abbrechen. Bei schweren Darmschäden kann auch eine Operation nötig sein.

Quellen:

https://www.healthline.com/health/enteritis

https://www.healthline.com/health/enteritis#types

https://www.gesundheit.de/krankheiten/magen-darm/lebensmittelvergiftung-und-infektion/darmentzuendung-enteritis-ursachen-symptome-verlauf

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