Dr. Sarah Rebecca Toth Autor: Dr. Sarah Rebecca Toth Innere Medizin

Lebertumor, Leberkrebs: Symptome

Lebertumoren können gutartig(benign) und bösartig(malign) sein. Bei den bösartigen Tumoren unterscheiden wir vor allem Primärtumoren, die sich in der Leber entwickeln, und benigne Lebertumoren (Metastasen), die von anderen Organen ausgehen und sich an die Leber ausbreitet. Hier in unserem Artikel finden Sie mehr Infos zum Thema!

Gutartige lebertumoren

Wie äußert sich ein Lebertumor? Gutartige Tumoren der Leber werden häufig erst durch einen Ultraschall des Abdomens erkannt. Sie sind normalerweise asymptomatisch. Größere Lebertumoren können folgende Symptome verursachen: Bauchschmerzen, Unwohlsein, ihre Komplikationen können ernsthafte Beschwerden herbeiführen.
Sie können durch verschiedene Abdomenbildgebung unterschieden werden: Manchmal reicht eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens, jedoch kann eine CT-, MRT-Untersuchung erforderlich sein. Bei Unsicherheit wird auch eine histologische Probenahme erforderlich sein.
Die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren ist hochwichtig, da sie ganz anders behandelt werden müssen.

 Hämangiom: Ein gutartiges Karzinom vaskulären Ursprungs, die als das häufigste Leberkarzinom gilt (Prävalenz: 0,4-20%). Seine Größe variiert, von wenigen Millimetern bis zu 10-20 cm. Hämangiom ist häufiger bei Frauen. Diese können sich unter dem Einfluss von Östrogen vergrößern. Also eine Hormontherapie und eine Schwangerschaft können ihr Wachstum beeinflussen. In der Regel sind sie asymptomatisch, leichte Schmerzen im rechten Bauch können bei größeren Tumoren (> 10 cm) auftreten. Selten reißt es, verursacht Blutungen und bildet ein Blutgerinnsel, das plötzliche, stärkere Bauchschmerzen verursacht. Sie erfordern selten eine spezielle Behandlung oder chirurgische Entfernung.
Fokale noduläre Hyperplasie (FNH): Ein gutartiges Leberkarzinom, der häufiger bei Frauen auftritt. Er zeigt ein charakteristisches Bild mit bildgebenden Mitteln (sternförmige Narben). Prävalenz: zwischen 0,3-3%. Laut einiger Studien ist seine Entwicklung mit der Einnahme von Antibabypillen verbunden, aber ein eindeutiger Zusammenhang wurde noch nicht festgestellt. Er verursacht nur selten BEschwerden, wandelt sich in ein malignes Karzinom nicht um und erfordert normalerweise keine spezielle Behandlung.
Leberadenom: Tritt vor allem bei Frauen auf und ist mit östrogenhaltigen Verhütungspillen verbunden. Es ist in der Regel asymptomatisch. Nur größere Adenomen können Bauchbeschwerden verursachen. Falls es reißt und blutet, kann das zu einer akuten abdominalen Katastrophe führen. Eine bösartige Entartung ist möglich und erfordert regelmäßige Untersuchung. In bestimmten Fällen ist eine chirurgische Entfernung erforderlich.

Andere gutartige Tumoren, die ähnliche Beschwerden, wie Malignome verursachen:

Regenerative Knötchen: Sie treten meistens nach der Heilung von Hepatitis oder Leberzirrhose auf. Es ist wichtig, sie von bösartigem Leberkarzinom zu unterscheiden. Die Knötchen selbst bedürfen keiner besonderen Behandlung.
Zysten: Sie kommen auch häufig in der Leber vor, insbesondere über 50 Jahre. Sie sind meist asymptomatisch und erfordern keine Behandlung. Bei größeren Zysten ist eine ultraschallgesteuerte Punktion nötigt.
Zyste wegen parasitärer Infektion (Echinococcus): Ihre Verbreitung kann tumorartig sein, die Behandlung ist komplex (chirurgisch und pharmakologisch).
Abszess: Mögliche Ursache ist eine schweren bakteriellen oder parasitäre Infektion. Neben einer medikamentösen Behandlung (starke gezielte Antibiotika- oder antiparasitäre Therapie) ist häufig eine Operation erforderlich.

Bösartiger lebertumor ("primärer leberkrebs", hepatozelluläres karzinom, HCC)

bösartiger Lebertumor, Leberkrebs

Inzidenz, epidemiologische Daten

Es ist weltweit ein relativ häufiges Karzinom (nach Angaben der WHO war er im Jahr 2020 die siebthäufigste bösartige Erkrankung), der sich am häufigsten bei einer vorbestehenden chronischen Lebererkrankung entwickelt. Daraus folgt auch, dass es häufiger in Gebieten auftritt, in denen auch virale Hepatitis häufiger ist. Laut Angaben von WHO wurden im Jahr 2020 weltweit mehr als 900.000 Fälle diagnostiziert, die meisten Erkrankungen in Asien (72,5 % der Fälle oder fast 610.000 Patienten). Aber auch mehr als 82.000 Fälle wurden in Europa entdeckt. Männer sind davon häufiger betroffen.

Pathologie und Risikofaktoren 

Die Entwicklung eines bösartigen Leberkrebs ist ein langer, komplizierter und mehrstufiger Prozess. In ca. 80-90% der Fällen entwickelt es sich in einer zirrhotischen Leber.

Die Entwicklung eines bösartigen Leberkrebs ist ein langer, komplizierter und mehrstufiger Prozess. In ca. 80-90% der Fällen entwickelt es sich in einer zirrhotischen Leber.

Risikofaktoren:

  • Hepatitis-Virus-Infektionen (Hepatitis-B-, C-, D-Viren),
  • alkoholische Lebererkrankung
  • Fettleber
  • Fettleibigkeit
  • Speicherstörungen der Leber (Hämochromatose, Morbus Wilson),
  • Rauchen,
  • Aflatoxin (ein von Schimmelpilzen produziertes Toxin).

Klinisches Bild und Symptome von HCC

Das Leberkarzinom ist meistens asymptomatisch, häufig dominiert das klinische Bild der zugrunde liegenden chronischen Lebererkrankung.Es handelt sich um ein malignes Karzinom, wenn sich der Zustand des zuvor stabilen Leberpatienten plötzlich zu verschlechtert, ein signifikanter Gewichtsverlust, Fieber, zunehmende Schwäche, Gelbsucht auftreten und auch seine Laborparameter eine Progression zeigen.
Bei größeren Tumoren treten häufig Bauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen auf. Ein großes Karzinom kann das Zwerchfell drücken und Atemnot verursachen.

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Symptome eines bösartigen Lebertumors

Diagnose

Patienten mit chronischer Lebererkrankung sollten überwacht werden und regelmäßige Tumortests (Labor, Bildgebung) sind erforderlich. Auch in einer gesunden Leber können sich Tumore entwickeln. Es passiert jedoch selten.

Mit welchen Tests müssen Patienten rechnen?

Erfassung der Anamnese und Beschwerden: Wenn bekannt, unter besonderer Berücksichtigung der bestehenden Lebererkrankung und des Konsums von Genussmitteln (Alkohol, Drogen).
Körperliche Untersuchung: Insbesondere im Bauchbereich und Haut. Ein großes Karzinom kann sogar tastbar, oder die Leber vergrößert und ungleichmäßig sein. Gelbsucht, abnormaler Aszites und spinnweben- oder quallenähnliche Gefäßproliferationen sind mögliche Symtome. Die Haut kann am ganzen Körper ödematös sein, mit leichten oder starken Blutungen.
Blutentnahme, Labortest: Der Spiegel des Tumormarkers AFP (Alpha-Fetoprotein) ist am häufigsten bei bösartigen Lebertumoren erhöht (kann aber auch bei unspezifischen Lebertumoren, anderen Tumoren und anderen Erkrankungen erhöht sein). AFP hat eine Sensitivität gegenüber HCC von etwa 60 % und eine Spezifität von etwa 80 %. AFP kann verwendet werden, um die Wirksamkeit einer bereits gezielten Tumortherapie zu überwachen oder den Verdacht auf ein Rezidiv zu beurteilen.
Leberenzyme (Bilirubin, GOT, GPT, GGT, ALP) können bei Krebs auch erhöht sein, der Proteinspiegel kann abnehmen, die Gerinnungszeit kann verlängert und der Ammoniakspiegel erhöht sein.
Bildgebende Untersuchungen: Bauchultraschall, kontrastmittelverstärkte CT/MR des Bauches. CT / MR werden eingesetzt, um die Ausbreitung des Tumors zu visualisieren und zu beurteilen, ob Metastasen im Körper vorhanden sind.
Gewebeentnahme (Leberbiopsie): Durch einen simultanen bildgebenden Scan wird ein Karzinom in der Leber mit einer Nadel gezielt und so eine Probe entnommen, die dann auf Pathologie untersucht wird. Eine genaue histologische Diagnose ist bei allen Tumoren von entscheidender Bedeutung. Da sie  bei der Bestimmung der spezifischen Behandlung von Lebertumoren hilft.

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Behandlungsmöglichkeiten

Es stehen komplexe onkologische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die chirurgische, medikamentöse (Chemo-) und Strahlentherapie umfassen. Die Behandlungsmethode wird von einem onkologischen Gremium aus mehreren Fachärzten (Onko-Team) je nach histologischem Typ, Tumorstadium sowie Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen des Patienten empfohlen.

Chirurgie der Leber und chirurgische Therapie: Eine chirurgische Entfernung des Teils der Leber, der das Karzinom enthält (chirurgische Resektion). Das Ausmaß der Resektion richtet sich nach Größe und Lage des Tumors. Falls benötigt, muss sogar ein ganzer Leberlappen entfernt werden. Eine Operation ist leider nur bei wenigen Patienten möglich, da das Karzinom oft spät erkannt wird (zu groß, evtl. mit Fernmetastasen) und die Leber aufgrund der Grunderkrankung „zu krank“ ist, um operiert zu werden.
Antineoplastische Therapie (Chemotherapie): Sie wird als Ergänzung zu einer Operation oder allein verwendet werden. In fortgeschrittenen Stadien wird sie häufig nur als palliative (nicht dauerhafte, symptomatische) Lösung in Betracht gezogen. Es gibt bereits ein Verfahren, bei dem Tumorgewebe zerstörende Chemotherapeutika nicht in den systemischen Kreislauf, sondern in die zum Karzinom selbst führenden Blutgefäße zugeführt werden. Somit wird die Wirkung des Chemotherapeutikums lokal verstärkt, während es weniger allgemeine Nebenwirkungen verursacht.
Inzwischen steht ein neues Krebsmedikament (Antikoagulanzien) zur Verfügung. Es hemmt die Bildung und das Wachstum von Blutgefäßen, die das Karzinom versorgen, sodass Tumorzellen nicht genügend Blut und Sauerstoff bekommen, nicht wachsen können und dann absterben.
Strahlentherapie: Wird seltener bei Leberkarzinom eingesetzt.
Weitere therapeutische Möglichkeiten: Die Unterbindung der Blutgefäße, die in den tumorösen Teil der Leber führen, der dadurch blockiert wird, wodurch die Blutzufuhr zu diesem Tumor unterbrochen wird. Abgabe einer bestimmten destruktiven Substanz (z.B. konzentrierter Alkohol) durch das tumorversorgende Gefäß. Es gibt auch die sogenannte Radiofrequenz-Behandlung, bei der Elektroden in den bösartigen Tumor eingeführt werden und die dabei entstehende Hitze ihre schädigende Wirkung entfaltet.
Eine weitere Therapie gegen Krebs bieten auch schonende Verfahren, wie Transarterielle Chemoembolisation.
Die Überwachung und Betreuung des Patienten ist idealerweise eine echte Teamarbeit. Daran nimmt ein Gastroenterologe / Hepatologe / ein Arzt für Innere Medizin, ein Onkologe, ein Strahlentherapeut, ein invasiver Radiologe teil. Außerdem hat ein Ernährungsberater und ein Psychologe eine wichtige Rolle

Prognose, Lebenserwartung bei Leberkrebs

Ob die Erkrankung heilbar ist, hängt immer vom Ausmaß, Ort in der Leber, Stadium des Tumors sowie der Schwere der damit verbundenen Lebererkrankung sowie dem Allgemeinzustand und den Begleiterkrankungen des Patienten ab. Anhand dieser wird die spezifische Behandlung bestimmt, die dann die Überlebenschancen des Patienten beeinflusst.
Leider wird Leberkarzinom (HCC)  erst spät erkannt. Daher ist die Überlebenschance der diagnostizierten Patienten nicht sehr gut. Derzeit liegt die durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensrate bei etwa 18%.
Wie die oben genannten Daten zeigen, sind eine Nachsorge und regelmäßige ärztliche Kontrolle unerlässlich. Je früher eine schwere Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser sind die Überlebenschance bei Lebertumor.

Lebermetastasen

Metastasen von bösartigen Tumoren verschiedener Organe sind in der Leber häufig. Manchmal werden Lebermetastasen während routinemäßigen Ultraschalluntersuchung des Abdomens erkannt, ohne dass der ursprüngliche Tumor bekannt wäre.

Praktisch kann jeder Organtumor  in die Leber metastasieren. Möglicher Ort der Metastasen:

  • Brust
  • Dickdarm, Enddarm,
  • Speiseröhre
  • Magen
  • Nieren,
  • Lunge
  • Haut,
  • Eierstöcke, Gebärmutter,
  • Bauchspeicheldrüse.

Die Behandlung von Lebermetastasen ist in den meisten Fällen palliativ. Die therapeutischen Möglichkeiten sind der gleiche wie bei primären Lebertumoren. Die Prognose bei Metastasen ist sehr schlecht.
Oft stellt sich die Frage: Wie schnell wächst ein Lebertumor? Relativ schnell, es ist aber auch von der Gesundheitszustand der Patienten abhängig

Quellen:

https://www.uptodate.com/contents/hepatic-hemangioma?search=hepatic%20tumor&topicRef=3575&source=see_link
https://www.uptodate.com/contents/approach-to-the-adult-patient-with-an-incidental-solid-liver-lesion?search=hepatic%20tumor&source=search_result&selectedTitle=1~150&usage_type=default&display_rank=1
https://www.uptodate.com/contents/clinical-features-and-diagnosis-of-hepatocellular-carcinoma?search=hcc&source=search_result&selectedTitle=2~150&usage_type=default&display_rank=2
https://www.uptodate.com/contents/epidemiology-and-risk-factors-for-hepatocellular-carcinoma?search=hcc%20prognosis&source=search_result&selectedTitle=6~150&usage_type=default&display_rank=6
https://gco.iarc.fr
https://www.medscape.com/answers/197319-39201/what-is-the-prognosis-for-hepatocellular-carcinoma-hcc
https://www.healthline.com/health/liver-metastases#causes

Quellen der Bilder:

https://www.genetex.com/Research/Overview/tumor-markers/liver-cancer-markers
https://www.letsmd.com/blog/what-is-liver-cancer-and-its-signs-and-symptoms/
 

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