Dr.Csaba Podlupszki Autor: Dr.Csaba Podlupszki Gastroenterologe

Fettleber: Symptome, Ursachen und Therapie

Fett im Leber kann Entzündungen verursachen

Die Leber ist unser zweitgrößtes Organ. Sie hilft bei der Verarbeitung von Nährstoffen und filtert schädliche Substanzen aus dem Blut heraus. Wenn zu viel Fett sich darin ablagert, kann ernsthafte Folgen haben und zu Leberentzündung führen. Was dann Gewebeschäden und Narben verursachen kann. In schweren Fällen führt diese Narbenbildung zu Leberversagen. Obwohl Alkohol größtenteils dafür verantwortlich ist, sind nicht unbedingt nur starke Trinker von Fettleber und Leberproblemen betroffen. Die Ursachen können unterschiedlich sein. Was tun gegen Fettleber? Kann man eigentlich Fettleber heilen? Zum Thema finden Sie in unserem Artikel nützliche Informationen

Was ist eine Fettleber(Steatosis Hepatis, Steatohepatis)?

Eine Fettleber (Steatosis hepatis, Steatohepatis, fatty liver disease) ist eine Leberverfettung. Die Leberverfettung entstehen, wenn sich Fett in der Leber ansammelt. Normalerweise ist ein wenig Fett in den Leberzellen vorhanden. Zu viel davon kann aber gesundheitliche Probleme verursachen. Experten wissen nicht genau, warum manche Menschen an der Krankheit leiden - rund 25 Prozent der Weltbevölkerung sind betroffen  -, und andere nicht. Die Betroffenen bleiben lange Zeit asymptomatisch, daher lässt sich eine Fettleber schwer erkennen.

Je nach Ursachen unterscheidet man zwischen 2 Typen:

  • Eine alkoholische Fettleber (ASH): Sie kann auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückgeführt werden.  Während dem Abbau von Alkohol entstehen Fettsäuren. Diese lagern sich im Leber ab und schädigen die Leberzellen. Bei starken Trinkern führt das zu Verfettung der Leber. Wie lange dauert es bis sich eine Fettleber zurückbildet? Kann man Fettleber regenerieren? Wenn man auf Alkohol verzichtet, kann sich die Leber regenerieren und die Fettleber abbauen. So kann das Organ wieder vollständig funktionieren.
  • Eine nicht alkoholische Fettleber (NAFLD): Sie kommt häufiger vor, auch bei Leuten, die keinen Alkohol konsumieren.

Es gibt 3 Schweregraden der Krankheit:

  • Stufe 1: Die Fettleber ohne Entzündung. Weniger als 1/3 des Organs ist verfettet.
  • Stufe 2: Leichte Fettleber. Etwa 2/3 des Organs ist verfettet. Eine Entzündliche Reaktion findet im Organ statt.
  • Stufe 3: Hier handelt es sich um eine Leberzirrhose. Mehr als 2/3 des Organs ist verfettet.

Symptome einer Fettleber

Leberfunktionsstörungen können zahlreiche Gründe haben. Einer davon ist Fetteinlagerungen in den Leberzellen. Ohne Behandlung können sie zu schweren Lebererkrankungen führen. Aber wann besteht dieser Zustand? Wenn mehr als fünf Prozent der Leber Fett ist, spricht man über eine Fettleber. Patienten sind oft asymptomatisch. Müdigkeit, Schwäche, Schwitzen und Schmerzen im rechten Oberbauch sind mögliche Symptome. Manchmal treten Komplikationen auf, beispielsweise Narben in der Leber. Das wird als Leberfibrose bezeichnet. Schwere Fibrose führt zu einer Zirrhose. Ihre Anzeichen sind folgende typische Symptome und Beschwerden bei Fettleber:

  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Schwäche
  • Müdigkeit
  • Nasenbluten
  • juckende Haut
  • Gelbfärbung der Haut und Augen
  • spinnenartige, retikulierte Gefäßerweiterungen unter der Haut
  • Bauchschmerzen
  • abdominale Schwellung
  • Schwellung der Beine
  • Brustvergrößerung bei Männern
  • heller, manchmal weißer Stuhl

Einfache Fettleber führt normalerweise nicht zu Leberschäden und Komplikationen. In sehr schweren Fällen kann sie jedoch Fibrose, Leberzirrhose und Leberkrebs herbeiführen. Der größte Risikofaktor für Leberkrebs ist Schrumpfleber.

Fettansammlungen haben verschiedene Ursachen, z.B. Alkoholkonsum

Die wichtigsten Ursachen der Fettleber

Sie kann durch viele Faktoren verursacht werden. Die häufigste Ursache ist jedoch übermäßiger Alkoholkonsum. Im Fall von nicht starken Trinkern ist die Ursache des nichtalkoholischer Fettleber unklar.  Folgende Faktoren können bei der Entwicklung eine Rolle spielen:

  • Übergewicht, Adipositas
  • hoher Blutzuckerspiegel, Insulinresistenz (und Diabetes)
  • hohe Blutfettwerte, besonders Cholesterin und Triglyceride im Blut
  • Absorptionsprobleme

Erhöhte Blutfettwerte erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z.B. Herzinfarkt. Ursachen sind zuckerhaltige Getränke, raffinierte Kohlenhydrate, sowie Bauchfett und ein geschädigter Darmtrakt. Heutige Forschungsergebnisse legen nahe, dass eine gestörte Darmflora, „durchlässiger Darm“ und andere Darmprobleme zur Entwicklung einer nicht alkoholischen Fettleber (NAFLD) beitragen können. Während einer Untersuchung hatten Erwachsene mit Übergewicht, die drei Wochen lang eine kalorienreiche Diät und raffinierte Kohlenhydrate konsumierten, eine durchschnittliche Zunahme des Leberfetts von 27 Prozent. Trotz einer Gewichtszunahme von nur 2 Prozent
Seltene Ursachen:

  • Schwangerschaft (Schwangerschaftsfettleber)
  • schneller Gewichtsverlust
  • bestimmte Infektionen, wie Hepatitis C
  • Bestimmte Medikamente und ihre Nebenwirkungen
  • Toxine
  • Bestimmte Gene

Zellulärer Stress kann auch zu einer nicht alkoholischen Fettlebererkrankung führen. Typ 2 Diabetes bedeutet auch ein signifikanter Risikofaktor. Die Gefahr einer Leberzirrhose ist bei Menschen mit Diabetes auch höher.

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt den Zustand der Leber

Diagnose der Fettleber

Der Facharzt kann eine körperliche Untersuchung und eine Laboruntersuchung anordnen, um die Diagnose zu stellen. Er befragt die Patienten nach ihrer Krankengeschichte, ihren Beschwerden, Lebensgewohnheiten, Medikamenten und Veränderungen seines Gesundheitszustandes. Erhöhte Leberwerte sind Anzeichen einer Hepatitis. Sie können mit einer Blutanalyse festgestellt werden. Abnormale Gamma-GT, GPT und GOT Leberwerte weisen auf Leberprobleme hin. Eine der möglichen Ursachen ist eine Fettleber, aber nicht die einzige. Von den bildgebenden Untersuchungen werden Ultraschall, CT und MRT verwendet, um Leberprobleme festzustellen. Die Leberbiopsie ist die beste Methode zur Beurteilung, wie schwer die Lebererkrankung ist. Dabei führt der Arzt eine Nadel durch die Haut in die Leber ein und entfernt dann ein Stück Gewebe, um eine Gewebeprobe zu machen. Da das Verfahren schmerzhaft ist, wird ein Lokalanästhetikum verabreicht. Eine Ultraschall ähnliche Fibroscan-Untersuchung bietet eine Alternative zur Leberbiopsie. Sie eignet sich zur Messung von Leberfett sowie Leberfibrose.

Behandlung der Fettleber

Was tun bei Fettleber? Gibt es ein Heilmittel gegen Fettleber? Es gibt kein Medikament zur Behandlung. Weitere Forschungen sind erforderlich, um es zu entwickeln und zu testen. Manchmal kann ein gesunder Lebensstil und eine gesunde Ernährung helfen, die Krankheit umzukehren.  Wichtig:

  • Einschränkung und Vermeidung des Alkoholkonsums
  • Gewichtsverlust
  • Ernährungsumstellung
  • 30 Minuten Körperbewegung pro Tag

Wenn sich eine Schrumpfleber entwickelt hat, können eine medikamentöse Therapie und eine Operation erforderlich sein. Diese Erkrankung kann zu einem Leberversagen führen. Im schweren Fall ist eine Lebertransplantation nötig. Weil sie die einzige Möglichkeit ist, das Leben des Patientes zu retten. Das Organ kann sich bei Leberversagen nicht mehr regenerieren.

Es wurde nachgewiesen, dass Gewichtsverlust den Fettabbau bei nichtalkoholischer Fettleber fördert. Unabhängig davon, ob Gewichtsverlust in Kombination mit Ernährungsumstellungen, Gewichtsverlustoperationen oder Bewegung erreicht wird. Studien haben festgestellt, dass Bewegung oder Krafttraining mehrmals pro Woche die in Leberzellen gespeicherte Fettmenge bereits erheblich reduzieren kann. Unabhängig davon, ob ein Gewichtsverlust auftritt. Intensive Intervalltraining ist in der Regel ebenfalls wohltuend bei der Beseitigung von Übergewicht.  

Ernährung bei Fettleber: Welche Lebensmittel fördern die Regeneration der Leber? Wie kann man Fettleber abbauen?

Mit einer Ernährungsumstellung können die Symptome gelindert werden. Eine Fettleber Diät umfasst normalerweise viel Obst und Gemüse, ballaststoffreiche Pflanzen wie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Der Speiseplan enthält keinen Zucker, Salz, Transfette, rotes Fleisch, Weißbrot, Reis, Nudeln, raffinierte Kohlenhydrate, Kaffee und Alkohol. Omega-3-Fettsäuren haben zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Sie verbessern die Gesundheit der Leber bei Erwachsenen und Kindern. Es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin E enthaltende Nahrungsergänzungsmittel sogar dazu beitragen können, Leberschäden durch eine Fettlebererkrankungen zu verhindern oder zu behandeln. Diesbezüglich sind aber weitere Untersuchungen erforderlich. Zu viel Vitamin E ist jedoch schädlich.

Was ist die beste Diät bei Fettleber?

Eine Fettleber Diät: Logi-Methode (Low Glycemic and Insulinemic Diet)

Ziel der Diät ist es, den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig zu halten. Es gibt eine Ernährungspyramide mit verschiedenen Ebenen. Sie bestimmt, in welchem Mengenverhältnis bestimmte Lebensmittel verzehrt werden sollten. Mit dieser Diät können auch die Übergewichtigen ein paar Kilos abnehmen.

  • Ebene/Basis: stärkearme Obst und Gemüse und wertvolle Öle.
  • Ebene: Eiweißquellen
  • Ebene: Vollkornprodukte
  • Ebene/Spitz: Weißmehlprodukte und Süßigkeiten

Leberentgiftung wirkt besonders wohltuend auf den Organismus

Wie kann die Leber entgiftet werden?

Die Entgiftung der Leber hat positive Auswirkungen auf den Körper, besonders bei einer Fettleber. Sie fördert die Entgiftungsfunktion der Leber und der Ausscheidungsorgane. Die Fettleber kann auf verschiedene Weise gelindert werden, auch mit Kräutern. Mariendistel, auch als Silymarin ist dafür geeignet. Die leberschützende und antioxidative Aktivität dieses Kraut besteht in seiner Fähigkeit, freie Radikale zu binden. Sie entstehen aus dem Metabolismus toxischer Substanzen, wie unter anderem Ethanol, Paracetamol und Tetrachlorkohlenstoff. Eine frühere Studie an Menschen ergab, dass die Behandlung mit Silymarin die Überlebenszeit von Patienten mit alkoholbedingter Zirrhose im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe ein bisschen verlängerte. Weitere leberstärkende Pflanzen sind vor allem Löwenzahn, Yamswurzel, Knoblauch und Kurkuma. Es wurde festgestellt, dass Kurkumin der Leber helfen kann, sich bei Zirrhose zu regenerieren. Daher wird seine Verwendung auf jeden Fall empfohlen.

Einfache Hausmittel gegen Fettleber: 7 Tipps zur Entgiftung und Reinigung der Leber

  • Erhöhen Sie die tägliche Ballaststoffzufuhr
  • Trinken Sie regelmäßig grünen Tee
  • Essen Sie Knoblauch
  • Erhöhen Sie die Vitamin C-Zufuhr
  • Fügen Sie Kurkuma zu Ihren Speiseplan hinzu
  • Essen Sie Nüsse
  • Bevorzugen Sie grünes Blattgemüse

Obwohl eine nährstoffreiche Ernährung hochwichtig ist, sollte man manchmal auch fasten. Damit kann die Entgiftung der Leber noch mehr unterstützt werden. Untersuchungen legen nahe, dass die Leberzellen während des Fastens mehr Protein produzieren.  Es ist mit einem besseren Stoffwechsel von Kohlenhydraten und einem verringerten Leberfettgehalt verbunden. Die besten Gegenmittel gegen Fettleber ist eine Lebensstilveränderung, Kräuter und die Regeneration der Darmflora. Dabei können Probiotika helfen. Eine gesunde Darmflora senkt das Risiko für Fettleibigkeit und verschiedene Darmkrankheiten, die bei der Entwicklung der Krankheit eine Rolle spielen. Mit der Wiederherstellung der Darmgesundheit kann das Verlangen nach Süßigkeiten gemindern werden. Es kann in der Regel zur Entwicklung einer Steatose beitragen. Verzehren Sie fettarme Lebensmittel. Lesen Sie das Produktetikett sowie die Liste der Inhaltsstoffe bevor Sie ein Lebensmittel kaufen. Informieren Sie sich aber auch über den Fettgehalt des Produktes. Vor allem eine gesunde Ernährung ist unentbehrlich für die Genesung. Im Internet findet man nicht nur Fettleber Rezepte und Informationen zum Thema, sondern kann auch den Fettleber Index berechnen.

Vor dem Fasten konsultieren Sie unbedingt Ihren Arzt. Besonders bei Frauen ist das wichtig. Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten keine Mariendistel anwenden!

Quellen:

https://www.healthline.com/health/fatty-liver
https://www.healthline.com/nutrition/fatty-liver#TOC_TITLE_HDR_3
https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/nonalcoholic-fatty-liver-disease/symptoms-causes/syc-20354567
https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/nonalcoholic-fatty-liver-disease/diagnosis-treatment/drc-20354573
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24672644/

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